Halbwarme Verseifung
Die Seifenherstellung nach dem halbwarmen Verfahren kann sowohl kontinuierlich als auch chargenweise durchgeführt werden. Sie ist zu empfehlen, wenn ein möglichst einfaches Verfahren angewendet werden soll und bei der Verwendung von Neutralfetten keine Glyzeringewinnung beabsichtigt ist. Diese ist erst bei Fettmengen oberhalb 15 bis 20 Tonnen pro Tag wirtschaftlich. Dieses Verfahren hat im Vergleich zur Vollverseifung den Vorteil geringer Anlagekosten, einfacher Bedienung und es entsteht kein Abwasser.
Rohstoffe
Die Fette und Öle (Rindertalg, Palmöl, Kokosöl, Palmkernöl usw.) werden gewöhnlich in Fässern angeliefert. Diese werden durch Ausblasen mit Dampf aufgeschmolzen und in einen Ölsammelbehälter entleert, durch eine Pumpe in Lagertanks gefördert, auf eine Temperatur von ca. 70 bis 75°C erwärmt und zwischengelagert.
Verunreinigung der Fette beeinflusst die Qualität der Seife, da mit der Verseifung die Herstellung der Grundseife abgeschlossen ist.
Als weitere Komponente wird Natronlauge (Konzentration ca. 32% NAOH) benötigt. Das kristalline Ätznatron (100% NaOH) wird in Fässern angeliefert und nach Entfernen der Fassböden in durch direkten Dampf erhitztem Wasser gelöst. Aus dem Lösebehälter wird die konzentrierte Natronlauge durch eine Kreiselpumpe in einen Einstellbehälter gepumpt und durch Wasserzugabe auf die für die Verseifung benötigte Konzentration eingestellt.
Die ca. 200 kg schweren Fett- und NaOH-Fässer werden mit einer Einschienenlaufkatze und Hubvorrichtung in die Ausblase- bzw. Lösebehälter gehoben.
In geringen Mengen je nach Ansatz benötigtes Salz (NaCl) kann beim Chargenverfahren in fester oder gelöster Form zugegeben werden. Die Salzlösung wird durch Auflösen von kristallinem Natriumchlorid in Wasser als gesättigte Lösung hergestellt. Je nach Ansatz sind auch geringe Mengen von Wasser erforderlich.


